Kuba weicht das staatliche Monopol auch im Tourismussektor weiter auf. In den im Amtsblatt Nr. 73 (ordentliche Ausgabe) von 2026 (PDF) vom 3. September veröffentlichten Bestimmungen beziehen sich drei Rechtsvorschriften auf den Tourismussektor, insbesondere auf den touristischen Transport durch Reisebüros, die Ausübung der Tätigkeit als Reiseleiter sowie die Gründung privater Reisebüros im Land. Erstmals werden private Reisebüros und Reiseleiter zugelassen. Zudem wird ein ermäßigter Steuersatz von 25 Prozent eingeführt, um Ökotourismus-Projekte zu fördern.
Die einzelnen Neuerungen in Kürze:
● Reisebüros (Beschluss 68/2026): Das Verbot für private Firmen und Genossenschaften, Reisebüros zu betreiben, wird aufgehoben. In der Verordnung werden die Voraussetzungen für den Erhalt einer Lizenz (mit einer Gültigkeitsdauer von drei Jahren), die damit verbundenen Pflichten sowie die Sanktionsgründe festgelegt.
● Touristischer Transport (Beschluss 69/2026): Diese Verordnung enthält die Vorschriften für den touristischen Transport über Land und die Vermietung von Fahrzeugen. Sie gelten für staatliche Unternehmen, ausländische Investoren und private Unternehmen. Zudem werden die Betriebsvoraussetzungen, die Modalitäten für die Vermietung und die Fahrzeugklassen definiert.
● Reiseleiter (Beschluss 70/2026): Das Verbot für Selbstständige, als Reiseleiter tätig zu sein, wird aufgehoben. Von der Agentur oder vom Nationalen Verzeichnis der Reiseleiter wird ein entsprechender Ausweis ausgestellt. In der Verordnung werden die verschiedenen Einstufungen (professionell, selbstständig, spezialisiert) und die Leistungsgrundsätze für Reiseleiter festgelegt.
Kubas Tourismussektor steckt in einer tiefen Krise. Die Besucherzahlen sind stark eingebrochen. Nach Verschärfung der US-Sanktionen gegen Kubas Tourismusministerium haben sich Ende Juli die spanischen Hotelketten Meliá, Iberostar und Barceló aus dem Kuba-Geschäft zurückgezogen. Wegen des Mangels an Flugbenzin auf der Insel aufgrund einer von Washington verfügten Öl-Blockade hatten zuvor bereits zahlreiche internationale Fluggesellschaften ihre Direktverbindungen nach Kuba eingestellt.