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Keine Direktflüge mehr zwischen Deutschland und Kuba

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Aufgrund des Mangels an Flugbenzin stellt Kubas Staatsairline Cubana ihre Direktflüge nach Deutschland ein. Das Auswärtige Amt verschärft seine Reisehinweise.

Place flying in sunset sky
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Die kubanische Fluggesellschaft Cubana de Aviación hat ihre Flüge zwischen Frankfurt/Main und Havanna bzw. Holguín vorübergehend bis zum 8. März eingestellt. Die noch in Kuba befindlichen Fluggäste werden derzeit über die Verbindung Santiago de Cuba-Madrid ausgeflogen. Damit gibt es derzeit keine Direktverbindung zwischen Deutschland und Kuba mehr. Cubana hatte erst Anfang Dezember die Strecke Frankfurt/M.-Havanna über Holguín wieder aufgenommen.

 

Die Entscheidung traf Kubas staatliche Fluggesellschaft, nachdem die kubanischen Behörden eine Flugwarnung herausgegeben hatten, in der sie darauf hinwiesen, dass zwischen dem 10. Februar und dem 11. März in Kuba kein Flugbenzin verfügbar sein werde. Die Treibstoffknappheit in Kuba hat sich nach der Unterbrechung der Öllieferungen aus Venezuela infolge des US-amerikanischen Angriffs auf Caracas vom 3. Januar und den Drohungen von US-Präsident Donald Trump, alle Länder mit Strafzöllen zu belegen, die Kuba mit Rohöl und Öl-Derivaten beliefern, erheblich verschärft.

 

Air Canada suspendiert Flüge nach Kuba

 

Auch Kanadas wichtigste Fluggesellschaft Air Canada stellte „hinsichtlich der instabilen Versorgung mit Flugbenzin an kubanischen Flughäfen“ ihre Linienflüge nach Kuba ein. Die Airline wird aber weiterhin Sonderflüge durchführen, um etwa 3.000 Passagiere, die sich derzeit in Kuba befinden, zurückzubefördern. Air Canada flog bislang durchschnittlich 16 Mal pro Woche die Insel an, darunter die wichtigsten Flughäfen: Havanna, Varadero, Holguín, Santa Clara, Cayo Coco, Camagüey, Cienfuegos und Santiago de Cuba. Neben Air Canada annoncierten zwei weitere kanadische Fluggesellschaften, WestJet Airlines und Transat AT, die vorübergehende Einstellung ihrer Flüge nach Kuba aufgrund der Knappheit an Flugbenzin auf der Insel.

 

Das ist ein schwerer Schlag für den kubanischen Tourismussektor, der im vergangenen Jahr bereits das schlechteste Ergebnis des letzten Jahrzehnts verzeichnete. Kanada ist mit Abstand der wichtigste Markt. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 754.000 kanadische Touristen Kuba. Damit stellte das nordamerikanische Land mehr als 41 Prozent aller Besucher der Insel. Auch Kubas drittwichtigster Markt, Russland, dürfte vorübergehend wegbrechen. Denn auch die russischen Fluggesellschaften streichen aufgrund der Krise wegen Treibstoffmangels ihre Linienflüge auf die Karibikinsel. Moskau kündigte an, etwa 4.000 russische Staatsbürger zu evakuieren.

 

Um dem faktisch absoluten Öl-Embargo der Vereinigten Staaten zu begegnen, kündigte die kubanische Regierung Notmaßnahmen an, darunter die „Verdichtung der Hotelinfrastruktur“. In Tourismuszielen wie Varadero und den nördlichen Cayos werden Touristen in wenigen Hotels konzentriert und wenig ausgelastete Hotels vorübergehend geschlossen.

 

Europäische Airlines mit technischen Stopps

 

Unterdessen teilte die spanische Fluggesellschaft Air Europa mit, dass ihre Flüge zwischen Havanna und Madrid aufgrund des Treibstoffmangels technische Zwischenlandungen zum Auftanken in Santo Domingo einlegen werden. Air France plant Zwischenstopps auf den Bahamas, und Iberia kündigte angesichts der zugespitzten Situation eine Flexibilisierung der Tarife an.

 

Die mexikanischen Airlines Aeroméxico und VivaAerobus wiederum halten ihre Verbindungen zwischen Kuba und Mexiko ohne Änderungen aufrecht. Dasselbe gilt für die Flüge von Copa Airlines nach Panama. Die US-amerikanischen Fluggesellschaften American Airlines, Southwest und Delta gaben bekannt, dass sie weiterhin Flüge nach Kuba durchführen und ihre Flüge bislang nicht beeinträchtigt sind, da ihre Flugzeuge über ausreichend Treibstoff für den Rückflug verfügen.

 

Derweil verschärfte das Auswärtige Amt am 10. Februar seine Reise- und Sicherheitshinweise für Kuba. „Von nicht notwendigen Reisen nach Kuba wird aufgrund der erheblichen Auswirkungen des akuten Treibstoffmangels derzeit abgeraten“, heißt es da.

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