Kubas Tourismussektor befindet sich auch zu Beginn dieses Jahres weiter in einer Abwärtsspirale. Die Besucherzahlen sind im ersten Quartal 2026 stark zurückgegangen. Zwischen Januar und März verzeichnete Kuba 298.057 ausländische Gäste – 48 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das geht aus den vom Nationalen Amt für Statistik und Information (ONEI) veröffentlichten Zahlen (PDF) hervor.
Besonders drastisch war der Rückgang im Monat März, als nur 35.561 Touristen ins Land kamen – einer der niedrigsten Werte der letzten Jahre. Der Einbruch der Besucherzahlen verschärft die Krise in einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Auch die Ankünfte von im Ausland lebenden Kubanern (-42,8 %), aus Russland (-37,5 %) oder den Vereinigten Staaten (-56,8 %) gingen erneut stark zurück. Einzig die Touristenzahlen aus Argentinien und China blieben stabil – allerdings auf niedrigem Niveau.
Kaum noch deutsche Touristen
Besonders stark brachen die Besucherzahlen aus Deutschland ein – um 76 Prozent. Gerade einmal 4.133 Besucher aus der Bundesrepublik reisten in den ersten drei Monaten dieses Jahres nach Kuba. Im vergangenen Jahr waren es im selben Zeitraum noch 17.240 deutsche Touristen.
Der starke Rückgang der Besucherzahlen aus Deutschland hat sicherlich auch mit der fehlenden direkten Flugverbindung zwischen beiden Ländern zu tun. Die staatliche kubanische Fluggesellschaft Cubana Aviación stellte ihre Verbindung zwischen Havanna und Frankfurt/M. über Holguín Anfang Februar wegen des Mangels an Kerosin bis auf Weiteres ein. Die deutsche Airline Condor hatte sich bereits im vergangenen Jahr aus dem Kuba-Geschäft zurückgezogen. Zudem verschärfte das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für Kuba.
Aussetzung von Flugverbindungen
Zuletzt kündigte die spanische Fluggesellschaft Iberia die Aussetzung ihrer Flugverbindungen nach Kuba zu Ende Mai an. Turkish Airlines gab Ende März die Einstellung ihrer Flüge nach Kuba bekannt, da es nicht mehr möglich sei, die Flugzeuge auf der Insel mit Treibstoff zu versorgen. Die Treibstoffknappheit in Kuba hat sich nach der Unterbrechung der Öllieferungen aus Venezuela infolge des US-amerikanischen Angriffs auf Caracas vom 3. Januar und den Drohungen von US-Präsident Donald Trump, alle Länder mit Strafzöllen zu belegen, die Kuba mit Rohöl und Öl-Derivaten beliefern, erheblich verschärft.
Auch andere internationale Fluggesellschaften haben ihre Flüge nach Kuba wegen des Kerosinmangels vorübergehend eingestellt. Air France hat ihre Strecke zwischen Paris und Havanna ausgesetzt; auch kanadische und russische Airlines fliegen Kuba im Moment nicht mehr an. Derzeit bieten lediglich Air Europa und World2Fly weiterhin Flüge zwischen Havanna und Madrid an, während Air China ihre Verbindung mit Zwischenstopp in der spanischen Hauptstadt beibehält und Neos Flüge nach Rom durchführt.
Um den für die kubanische Wirtschaft so bedeutsamem Tourismussektor, der bereits im vergangenen Jahr um 18 Prozent geschrumpft ist, wieder in Schwung zu bringen, setzt das kubanische Tourismusministerium auf die Anfang Mai im Hybridformat stattfindende 44. Internationale Tourismusmesse (FITCuba 2026).