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FIAGROP: Kuba will ausländische Investitionen anlocken

25.03.2025

Auf der Internationalen Landwirtschaftsmesse (FIAGROP) stellt Kuba Geschäftsmöglichkeiten im Agrarsektor vor und verweist auf veränderte Rahmenbedingungen.

Inmitten der schweren Wirtschaftskrise, die den Agrarsektor besonders hart trifft, versucht Kuba, ausländische Investitionen anzuziehen und sein „Exportpotenzial“ zu präsentieren. Bei der Vorstellung des Geschäftsportfolios des Landwirtschaftsministeriums (MINAG) im Rahmen der XXVI. Internationalen Agrarindustrie- und Landwirtschaftsmesse (FIAGROP 2025) auf dem Messegelände Rancho Boyeros in Havanna (17.-23. März) erläuterte Justo Luis Prieto Cabrera, Direktor für internationale Beziehungen bei MINAG, die Vorzüge für ausländische Investoren. Dazu zählte er Steuerbefreiungen und freien Zugang zu staatlichem Land für produktive Projekte. „Das Land steht nicht zum Verkauf, da es sich um nationales Eigentum handelt, aber es wird zugunsten der Produktion vergeben“, wird Prieto Cabrera von dem staatlichen Onlineportal Cubadebate zitiert.

Laut einem kürzlich vorgestellten Gesetzesentwurf über Eigentum, Besitz und Nutzung von Grund und Boden erwägt die kubanische Regierung, ausländischen Unternehmen und natürlichen Personen mit ständigem Wohnsitz auf der Insel Land zum Nießbrauch zu geben, um die landwirtschaftliche Produktion zu steigern. Anfang des Jahres hat Havanna zum ersten Mal einem ausländischen Unternehmen Ackerland zur eigenständigen Bewirtschaftung überlassen. Ein vietnamesisches Unternehmen soll auf Flächen eines staatlichen Saatgutbetriebs in der Provinz Pinar del Río Reis anbauen.

Prieto Cabrera unterstrich bei der Präsentation des Geschäftsportfolios die Rolle der Geschäftsgruppe Logistik des Landwirtschaftsministeriums (Grupo Empresarial de Logística del Ministerio de la Agricultura, Gelma), die für die direkte Verteilung von Betriebsmitteln und Ausrüstungen an die Produzenten zuständig ist, sowie das Netz von Verkaufsstellen in allen Provinzen. Eine Übersicht über Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Lebensmittelherstellung und Zuckerindustrie und Derivate finden sich in dem Portal Invierta en Cuba sowie auf der Seite des kubanischen Landwirtschaftsministeriums.

Rege ausländische Beteiligung

An der diesjährigen FIAGROP 2025 nahmen zehn ausländische Firmen aus acht Ländern als Aussteller teil, wie Miguel Ángel Recio Aldabó, Präsident des Organisationskomitees, im Vorfeld bekanntgab, darunter Unternehmen aus Italien, Spanien, Brasilien, den Niederlanden, Chile, Portugal und Panama. Weitere rund zehn Firmen aus den Niederlanden, Spanien, Japan, Costa Rica, Frankreich, Kolumbien und Guatemala kamen als Fachbesucher. Der einzige deutsche Aussteller, Bela-Pharm GmbH aus Vechta, musste seine Teilnahme aus firmeninternen Gründen kurzfristig absagen.

Neben Workshops, Konferenzen, Produkteinführungen und Geschäftsrunden fand parallel zur FIAGROP ein von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und MINAG organisiertes zweitägiges agrarindustrielles Wirtschaftsforum statt, auf dem Investitionsmöglichkeiten im Rahmen der Initiative „Mano de la mano“ in den Sektoren Reis, Getreide, Obst und Zuckerrohr vorgestellt und diskutiert wurden. Um die Abhängigkeit von Importen zu verringern, hat Kubas Regierung einen Plan für ausländische Investitionen in Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft aufgestellt.

Kuba befindet sich seit einigen Jahren in einer tiefen Krise, die durch die Auswirkungen der Pandemie und die US-Blockade noch verschärft wurde. Dieses Szenario wird verschärft durch die Instabilität des maroden Elektrizitätssystems, das in weniger als sechs Monaten vier Mal landesweit zusammengebrochen ist – zuletzt Mitte März.

Angesichts der schweren Wirtschafts-, Versorgungs- und Energiekrise versucht Kubas Regierung mit verschiedenen Maßnahmen in der Landwirtschaft, die Lebensmittelproduktion zu steigern und die Importabhängigkeit zu verringern. Das Land führt gut vier Fünftel seiner Lebensmittel ein und gibt dafür jährlich mehr als zwei Milliarden US-Dollar aus. Im April 2021 wurde eine Reihe von landwirtschaftlichen Reformen beschlossen, in deren Rahmen Kubas Bauern alles, was sie über die staatlichen Lieferquoten hinaus produzieren, frei verkaufen dürfen. Anfang August 2021 hob die kubanische Regierung die Preisobergrenzen für landwirtschaftliche Erzeugnisse auf. Ende Februar 2022 präsentierte sie einen Plan zur Ernährungssicherheit. Im vergangenen November hob die Regierung vorübergehend die Einfuhrzölle für verschiedene landwirtschaftliche Produkte auf, darunter Düngemittel, Futtermittel, Tierarzneien und Pestizide.

Als Anhang finden Sie das aktuelle Investitionsportfolio des Landwirtschaftsministeriums.

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Investitionsportfolio des Landwirtschaftsministeriums

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