Die Vereinigten Staaten drehen weiter an der Sanktionsschraube gegen Kuba. Am 3. September verhängte die US-Regierung neue Zwangsmaßnahmen gegen fünf kubanische Unternehmen aus den Sektoren Finanzdienstleistungen, Metall und Bergbau sowie Energie und einen Enkel des Revolutionsführers Raúl Castro.
Die kubanische Regierung stelle „weiterhin eine tiefgreifende, vielschichtige Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA und die Stabilität unserer Hemisphäre dar“, begründete US-Außenminister Marco Rubio die Sanktionen.
Washington verhängt praktisch im Wochentakt neue Sanktionen, diesmal gegen die staatliche Bank Banco Exterior de Cuba, eine kubanische Staatsbank, die auf Firmenkundengeschäft, Außenhandelsfinanzierung und internationale Transaktionen spezialisiert ist, sowie mit dem Dienstleister Empresa de Servicios Comandante René Ramos Latour (NICAROTEC) und dem Außenhandels- und Logistikunternehmen Empresa Importadora y Abastecedora del Níquel (CEXNI) zwei Unternehmen aus dem kubanischen Nickel- und Kobaltsektor. Zudem wurden zwei weitere Unternehmen sanktioniert, die im angeschlagenen kubanischen Energiesektor tätig sind: die Empresa Importadora de Abastecimiento para El Petróleo (ABAPET), eine Tochtergesellschaft des Staatskonzerns CUPET, sowie Comercial CUPET, ein kubanisches Staatsunternehmen, das CUPET bei Verhandlungen und Joint Ventures mit ausländischen Partnern vertritt.
Das US State Department teilte zudem mit, dass es gegen den 31-jährigen Fidel Ernesto Castro Calis Sanktionen verhängt habe, da er ein volljähriges Familienmitglied anderer sanktionierter Mitglieder der Familie Castro sei. Sein Vater Alejandro Castro Espín wurde am 4. Juni 2026 zusammen mit dem Bruder von Castro Calis, Raúl Alejandro Castro Calis, sanktioniert.
Für die vom US-Außenministerium gelisteten Personen und Unternehmen bedeuten die Sanktionen die Sperrung ihrer Vermögenswerte in den USA. Zudem sind US-Unternehmen und -Einzelpersonen sämtliche Transaktionen und Geschäfte mit ihnen untersagt. Geschäfte Dritter unterliegen einer Sanktionsdrohung. Rechtsgrundlage ist eine am 1. Mai von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Exekutivorder, die das Sanktionsregime gegen die kubanische Regierung und auf der Insel tätige ausländische Unternehmen erweitert.
Seit Anfang Mai haben die USA nach der Ende Januar verfügten Blockade aller Rohöllieferungen nach Kuba das Sanktionsregime gegen die kubanische Regierung sowie kubanische und auf der Insel tätige ausländische Unternehmen massiv verschärft. Dies hat bereits zum Rückzug spanischer Hotelkonzerne, der Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard, internationaler Reedereien und des kanadischen Bergbaukonzerns Sherritt aus dem Kuba-Geschäft geführt.
Mitte Juni beschloss die kubanische Nationalversammlung die umfangreichsten Wirtschaftsreformen seit Jahrzehnten. Der 176 Punkte umfassende Plan sieht eine Abkehr von der zentralen Planwirtschaft, eine stärkere Öffnung der staatlich gelenkten Wirtschaft und die Einführung marktwirtschaftlicher Mechanismen vor.