Kubas wichtiger Devisenbringer, der Tourismus, erlitt im Jahr 2025 einen starken Einbruch und schloss das Jahr mit 1,8 Millionen Besuchern ab – weit unter dem Ziel der Regierung von 2,6 Millionen. Das geht aus den Anfang Februar veröffentlichten offiziellen Zahlen (PDF) des Nationalen Amtes für Statistik und Information (ONEI) hervor.
In absoluten Zahlen ausgedrückt wurden im vergangenen Jahr 1.810.663 internationale Besucher gezählt – ein Rückgang um 392.454 Reisende oder 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2024 begrüßte Kuba noch 2,2 Millionen Touristen. Seit 2018 ging die Zahl der Besucher um fast 70 Prozent zurück.
Fast alle traditionellen Herkunftsmärkte erlebten 2025 starke Einbrüche. Kanada bleibt mit 754.010 Besuchern der wichtigste Markt für Kuba, verzeichnete aber ebenso ein Minus (-12,4 Prozent), wie die Besucherzahlen von im Ausland lebenden Kubanern (228.091, -22,6 Prozent), aus Russland (131.882, -29 Prozent) oder Spanien (46.489, -28,5 Prozent). Fast halbiert haben sich die Touristenzahlen aus Deutschland (33.056, -49,5 Prozent). Lediglich lateinamerikanische Länder wie Argentinien oder Kolumbien legten zu, mit 13,6 Prozent bzw. acht Prozent Plus.
Tendenz verstetigt sich
Insgesamt setzte sich der Negativtrend aus der ersten Jahreshälfte auch im zweiten Halbjahr 2025 fort. Die Tourismuseinnahmen Kubas brechen damit gerade in einer Zeit ein, in der die Insel diese Einnahmen dringend benötigt. Die Gründe sind vielfältig.
Nach dem Angriff auf Venezuela unterbanden die Vereinigten Staaten die Lieferung von venezolanischem Öl nach Kuba und verschärften damit die Krise im Land. Ende Januar drohte US-Präsident Donald Trump darüber hinaus allen Ländern mit Strafzöllen, die Kuba mit Öl beliefern.
Mehrere Länder haben deswegen Reisewarnungen für Kuba herausgegeben. Kuba plagt seit Jahren eine schwere Wirtschafts- und Energiekrise, die durch Versorgungsengpässe und lang anhaltende Stromausfälle gekennzeichnet ist und auch vor dem Tourismussektor nicht haltmacht.
Verschiedene Ursachen
Für viele europäische Reisende spielen sicherlich auch die Visabeschränkungen für die Vereinigten Staaten im Zusammenhang mit einer Kuba-Reise eine Rolle. Statt der unbürokratischen Einreisegenehmigung ESTA (kurz für Electronic System for Travel Authorization) müssen europäische Kuba-Reisende seit geraumer Zeit für die Einreise in die Vereinigten Staaten ein Visum beantragen.
Der Rückgang der Besucherzahlen aus Deutschland hat sicherlich auch mit dem Rückzug der deutschen Airline Condor aus dem Kuba-Geschäft zu tun. Dieser konnte nur zum Teil von der staatlichen kubanischen Fluggesellschaft Cubana Aviación aufgefangen werden. Cubana nahm Anfang Dezember nach langer Unterbrechung wieder Flüge nach Deutschland auf und verbindet zweimal pro Woche Frankfurt/Main mit Havanna und Holguín. Allerdings wurden die Flüge aktuell (11.02.2026) wegen des Mangels an Kerosin bis auf weiteres eingestellt.
Kuba unternimmt einige Anstrengungen, den für Wirtschaft des Landes wichtigen Tourismussektor wiederzubeleben. So hat die Regierung in Havanna ein neues Managementmodell für den Betrieb von Hotels eingeführt und damit den im Land tätigen internationalen Hotelketten größere operative Autonomie verschafft.