Logo der Deutsches Büro zur Förderung vor Handel und Investitionen in Kuba

Weitere US-Sanktionen gegen Kubas Nickelsektor und Militärunternehmen

  • News

Washington verhängt Zwangsmaßnahmen gegen mehrere Unternehmen und Einzelpersonen, die mit Kubas Bergbausektor und Militärunternehmen verbunden sind.

No entry hand sing
juicy_fish by magnific.com / juicy_fish

Die Vereinigten Staaten haben am 17. September weitere Sanktionen gegen acht kubanische Unternehmen und drei Einzelpersonen verhängt, die mit Kubas Bergbausektor und dem militärisch-industriellen Komplex des Landes in Verbindung stehen. „Die Regierung Trump wird nicht tatenlos zusehen, wie sich die kubanische Elite durch die Rohstoffgewinnung bereichert und Ressourcen für Kubas repressiven Sicherheitsapparat hortet, während die kubanische Bevölkerung Mangel leidet“, begründete US-Außenminister Marco Rubio die neuerliche Sanktionsrunde.

 

Im kubanischen Metall- und Bergbausektor wurden vier Unternehmen mit Sanktionen belegt, die Washington mit technischen Dienstleistungen, Forschung sowie Aktivitäten im Zusammenhang mit der Erkundung und Förderung kubanischer Bodenschätze in Verbindung bringt. Der kubanische Nickelsektor stellt eine wichtige Deviseneinnahmequelle für die kubanische Regierung dar.

 

Die neu gelisteten Unternehmen sind die EMPRESA DE SERVICIOS TECNICOS DE COMPUTACION COMUNICACIONES Y ELECTRONICA (SERCONI), ein kubanisches Staatsunternehmen, das der Nickelindustrie in Kuba Werkzeuge und Dienstleistungen bereitstellt, die EMPRESA DE INGENIERIA Y PROYECTOS DEL NIQUEL (CEPRONIQUEL), ein in Kuba ansässiges Ingenieurunternehmen, das Projekte innerhalb der kubanischen Nickelindustrie durchführt und die staatlichen Aktivitäten zur Rohstoffgewinnung in Kuba koordiniert, das CENTRO DE INVESTIGACIONES DEL NIQUEL CAPITAN ALBERTO FERNANDEZ MONTES DE OCA (CEDINIQ), ein staatliches Forschungszentrum, das industrielle Forschung und Entwicklung für den kubanischen Nickelsektor betreibt, sowie PINARES S.A., ein staatliches Bergbauunternehmen, das geologische Untersuchungen von in Kuba gelegenen Rohstoffvorkommen durchführt.

 

In die US-Sanktionsliste aufgenommen wurden zudem vier Unternehmen in Kubas Verteidigungssektor und deren Generaldirektoren, „aufgrund ihrer direkten Rolle beim Ausbau der militärischen Fähigkeiten Kubas“, so das US State Department. Dazu zählen das CENTRO DE INVESTIGACION Y DESARROLLO DE SIMULADORES (SIMPRO), ein in Kuba ansässiges Militärunternehmen, das an der Entwicklung und Herstellung von Simulations- und Ausbildungssystemen für Kubas Streitkräfte und andere kubanische Regierungsstellen beteiligt ist, das CENTRO DE INVESTIGACION Y DESARROLLO NAVAL (CIDNAV), ein Militärunternehmen, das an Forschungsprogrammen für die kubanische Kriegsmarine beteiligt ist, das CENTRO DE INVESTIGACION Y DESARROLLO DE ARMAMENTO DE INFANTERIA (CIDAI), ein Militärunternehmen, das an Forschungsprogrammen für die Entwicklung, Beschaffung und Modernisierung von Infanteriewaffen beteiligt ist, sowie das CENTRO DE INVESTIGACION, DESARROLLO Y PRODUCCION GRITO DE BAIRE (GELCOM), ein an der Produktion von Elektronik- und Kommunikationsprodukten beteiligtes Militärunternehmen. Hinzu kommen der Generaldirektor von SIMPRO,  Joaquin Francisco Cancio Monteagudo, der Generaldirektor von CIDNAV, Dioglis Pedrera Arguello, und der  Generaldirektor von CIDAI, Julio Hurtado Betancourt.

 

Für die vom US-Außenministerium gelisteten Personen und Unternehmen bedeuten die Sanktionen die Sperrung ihrer Vermögenswerte in den USA. Zudem sind US-Unternehmen und -Einzelpersonen sämtliche Transaktionen und Geschäfte mit ihnen untersagt. Geschäfte Dritter unterliegen einer Sanktionsdrohung. Rechtsgrundlage ist eine am 1. Mai von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Exekutivorder, die das Sanktionsregime gegen die kubanische Regierung und auf der Insel tätige ausländische Unternehmen erweitert.

 

Seit Anfang Mai haben die USA nach der Ende Januar verfügten Blockade aller Rohöllieferungen nach Kuba das Sanktionsregime gegen die kubanische Regierung sowie kubanische und auf der Insel tätige ausländische Unternehmen massiv verschärft. Dies hat bereits zum Rückzug spanischer Hotelkonzerne, der Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard, internationaler Reedereien und des kanadischen Bergbaukonzerns Sherritt aus dem Kuba-Geschäft geführt.

In den Kategorien:

Suchen Sie etwas Anderes?

In unserem Informationszentrum finden Sie aktuelle Neuigkeiten, Downloads, Videos, Podcasts...

Zum Info Hub