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US-Sanktionen: Europäisches Unternehmen liefert nicht

Die spanische Tochterfirma eines deutschen Unternehmens verkauft wegen der US Blockade kein Ersatzteil an ein Krankenhaus in Havanna.

Two prosthetist man workers making prosthetic leg while working in laboratory
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Das spanische Unternehmen Telstar mit Sitz in Terrassa bei Barcelona hat ein wichtiges Ersatzteil für einen Gefriertrockner nicht verkauft. Das Gerät ist im Internationalen Orthopädischen Wissenschaftszentrum „Frank País“ in Havanna installiert. Dies berichteten kubanische Medien. http://www.cubadebate.cu/noticias/2026/10/13/empresa-espanola-se-niega-a-vender-a-cuba-un-repuesto-para-liofilizador-del-hospital-frank-pais-por-el-bloqueo-de-ee-uu/

 

Telstar ist eine Tochtergesellschaft der deutschen Syntegon Technology GmbH mit Hauptsitz in Stuttgart, einem Anbieter von Gesamtlösungen im Bereich der Prozess- und Verpackungstechnik. Bis 2019 gehörte das Unternehmen zum Robert-Bosch-Konzern.

 

Das betreffende Gerät ist in der Gewebebank des Zentrums im Einsatz. Sein Ausfall verhindert nach den kubanischen Medienberichten die Weiterverarbeitung von Knochen-Allotransplantaten und Schweinehaut – lebenswichtige Materialien für komplexe Operationen und die Versorgung von Unfallpatienten.

 

Eine von Cubainformación TV veröffentlichte Dokumentation des katalanischen Soziologen Aníbal Garzón und des Forschers Alejandro Pedregal zeigt, dass sich Telstar auf Handelsbeschränkungen durch die Vereinigten Staaten beruft, um den Verkauf des Ersatzteils abzulehnen. Dem Beitrag zufolge stoppte Telstar nach längeren Verhandlungen am 24. September den Verkauf. Das Unternehmen gab an, es fehle an der unternehmensinternen Genehmigung für Handelsgeschäfte mit Kuba. Selbst der Versuch, die Komponente, eine Gummidichtung, privat in Europa zu erwerben, konnte die Ablehnung demnach nicht ausräumen. Telstar fürchte Repressalien oder den Verlust des Zugangs zum US-Markt, heißt es in dem Beitrag.

 

Mit einer am 1. Mai von US-Präsident Donald Trump unterzeichneten Exekutivorder hat Washington die Sanktionsregime gegen die kubanische Regierung und auf der Insel tätige ausländische Unternehmen erweitert. Die Verschärfung der Sekundärsanktionen hat bereits zum Rückzug spanischer Hotelkonzerne, der Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard, internationaler Reedereien und des kanadischen Bergbaukonzerns Sherritt aus dem Kuba-Geschäft geführt.

 

Das orthopädisch-wissenschaftliche Zentrum „Frank País“ sucht laut dem kubanischen Onlineportal Cubadebate nach Alternativen, um den Gefriertrockner zu reparieren und die Gewebebank wieder in Betrieb zu nehmen.

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