Foto: Cubadebate
Der mexikanische Fleischhersteller Richmeat und Tiendas Caribe besiegeln eine Partnerschaft zum Betrieb von Einzelhandelsgeschäften in Devisen.
Die staatliche kubanische Einzelhandelskette Tiendas Caribe und das mexikanische Unternehmen Richmeat haben einen Vertrag über eine internationale Wirtschaftsvereinigung unterzeichnet. Die Vereinbarung erlaubt es dem ausländischen Unternehmen, das Fleischgeschäft „La Favorita“ in Havanna zu betreiben. Der Vertrag umfasst das Management und die Vermarktung des Geschäfts durch Richmeat, mit sowohl physischem als auch Online-Einzel- und Großhandelsverkauf, schreibt das staatliche Onlineportal Cubadebate. Es handelt sich um die erste von vier Niederlassungen, die Richmeat in der kubanischen Hauptstadt für den Einzel- und Großhandel mit Lebensmitteln betreiben wird. In einer späteren Phase werde der Betrieb auf andere Regionen Kubas ausgedehnt, so Cubadebate weiter. Die Vereinbarung zielt laut den beiden Parteien darauf ab, das Warenangebot für die Verbraucher zu diversifizieren und zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen.
Für Tiendas Caribe ist es die zweite Vereinbarung ihrer Art und erweitert eine seit Jahren bestehende Partnerschaft. Richmeat ist mit seinen Produkten seit mehr als acht Jahren in den Geschäften von Tiendas Caribe vertreten. Der mexikanische Hersteller hatte als erstes ausländisches Unternehmen eine Zulassung für die Ansiedelung in der Sonderentwicklungszone Mariel (ZEDM) erhalten. Laut Cubadebate sind 99 Prozent der heute von Richmeat dort Beschäftigten kubanische Arbeitskräfte.
Ausländische Investitionen in Kubas Einzel- und Großhandel
Die Vereinbarung zwischen Tiendas Caribe und Richmeat ist Teil einer Strategie der kubanischen Behörden, ausländische Investitionen im Groß- und Einzelhandel anzuziehen. Die Regierung in Havanna erklärte Mitte 2022, den Umfang ausländischer Investitionen in den Handel auszuweiten, um die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Ende desselben Jahres erhielten die ersten ausländischen Kapitalinvestitionen im Einzel- und Großhandel dann grünes Licht. Richmeat ist nun das erste von 15 ausländischen Unternehmen, denen kürzlich Genehmigungen für den Einzel- und Großhandel auf der Insel erteilt wurden.
In dem Schritt zur teilweisen Dollarisierung der Wirtschaft hat die kubanische Regierung bis Februar dieses Jahres 15 ausländische Investitionsgeschäfte für den Einzel- und Großhandel in Devisen genehmigt. Nach Angaben von Aracelys Cardoso, stellvertretender Ministerin für Binnenhandel, fallen acht dieser Unternehmen in den Zuständigkeitsbereich ihres Ministeriums (MINCIN). Davon sind fünf als Joint Ventures, zwei als Unternehmen in ausländischem Besitz und eines als Vertrag über eine internationale Wirtschaftsvereinigung tätig. Die übrigen Unternehmen wurden in den Sektoren Tourismus und Landwirtschaft genehmigt, ohne dass weitere Einzelheiten bekannt gegeben wurden. Die acht MINCIN-Verträge wurden mit ausländischen Investoren aus sieben verschiedenen Ländern unterzeichnet und umfassen die Eröffnung von Geschäften in Villa Clara, Cienfuegos, Sancti Spíritus und Camagüey, wobei sie nach Angaben von Cardoso später auf das ganze Land ausgedehnt werden.