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Kuba: Neue Preisanreize für den Ausbau von Photovoltaik

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Um Investitionen in erneuerbare Energien zu fördern, aktualisiert das Energieministerium die Tarife für die vertragliche Abnahme von Solarenergie.

Solaranlagen
Freepik

Inmitten der schweren Energiekrise und eines beschleunigten Ausbaus erneuerbarer Energiequellen, allen voran Photovoltaik, stärkt die kubanische Regierung ein seit 2021 bestehendes Instrument, das darauf abzielt, Investitionen in saubere Energien zu fördern und die Energiewende des Landes voranzutreiben. Die am 26. März im Amtsblatt veröffentlichte Resolution Nr. 76/2025 (PDF) des Ministeriums für Energie und Bergbau ermöglicht es juristischen und natürlichen Personen, die Erzeugung erneuerbarer Energie indirekt zu finanzieren, indem sie eine bestimmte Strommenge bereits installierter Leistung vertraglich abnehmen. Die auf die Weise generierten Einnahmen sollen für den Ausbau der Solarinfrastruktur verwendet werden.

 

An den im Land geltenden Stromtarifen in kubanischen Pesos (CUP) ändert sich allerdings vorerst nichts; es entstehen keine zusätzlichen Belastungen für die Bevölkerung ein, stellte Ramsés Montes Calzadilla, Direktor für Energiepolitik und -strategie des Energieministeriums, gegenüber dem staatlichen Onlineportal Cubadebate klar, nachdem in den sozialen Netzwerken entsprechende Gerüchte und Spekulationen kursierten.

 

Wie funktioniert das Vertragsmodell?

 

In der Praxis handelt es sich um eine Art „virtuelle Anlage“: Der Kunde installiert keine Solarmodule an seinem physischen Standort, sondern finanziert deren Äquivalent in einer anderen Anlage und erhält im Gegenzug einen monatlichen Rabatt auf seinen Stromverbrauch. Für jedes vertraglich vereinbarte Kilowatt (kW) während der vereinbarten Laufzeit zwischen zwei und 20 Jahren erhält der Verbraucher monatlich 125 kWh auf seine Rechnung gutgeschrieben. Die Tarife sind US-Dollar zu entrichten.

 

„Das Ziel ist es, das Verhalten eines echten Solarmoduls nachzubilden, ohne es physisch installieren zu müssen“, so Montes Calzadilla. Dieses Modell habe sich als nützlich für Einrichtungen erwiesen, die zwar einen hohen Stromverbrauch haben, aber aus Platzgründen keine eigene Solarstrominfrastruktur aufbauen können – wie bestimmte Hotels oder städtische Anlagen.

 

Die Vertragspreise wurden im Vergleich zu bislang geltenden Bestimmungen gesenkt und damit dem Rückgang der Kosten für Photovoltaik-Technologie auf dem Weltmarkt Rechnung getragen, heißt es in der Resolution. Für ein kW mit einer Laufzeit von 20 Jahren sind künftig 600 US-Dollar fällig; bisher waren es 1.500 US-Dollar/kW.

 

Anreiz für Investitionen

 

Die Preisanpassung zielt darauf ab, die Anreize für Investitionen in erneuerbare Energien zu erhöhen und die Erreichung der nationalen Ziele in diesem Bereich zu erleichtern. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil sauberer Energie am kubanischen Energiemix nach den Plänen der Regierung von aktuell knapp zehn auf 25 Prozent steigen. Im Jahr 2050 will Kuba seinen gesamten Energiebedarf ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen decken. Derzeit treibt die Regierung in Havanna mit chinesischer Unterstützung die Installation von 92 Photovoltaikparks mit einer Gesamtkapazität von 2.000 MW Stromerzeugung bis zum Jahr 2028 voran.

 

Montes Calzadilla betonte, dass das Vertragsmodell nicht verpflichtend sei, sondern eine zusätzliche Option vor allem für Unternehmen darstelle. Das Modell steht zwar auch natürlichen Personen zur Verfügung, angesichts des gestaffelten Stromtarifs für Privatkunden, in den unteren Stufen stark subventioniert ist, erscheint das aktualisierte Vertragsmodell für sie kaum rentabel.

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